Historie des Artistique

Zwei Jahrhunderte.
Ein außergewöhnlicher Stoß.

Von der Lederpomeranze ĂŒber die ersten Concours bis zu Welt- und Europameisterschaften: eine quellengeprĂŒfte Zeitleiste der internationalen Disziplin und ihrer deutschen Geschichte.

Artistique entstand nicht in einem einzigen Moment. Queue-Technik, öffentlich vorgefĂŒhrte KunststĂ¶ĂŸe, standardisierte Figuren und internationale Meisterschaften formten Schritt fĂŒr Schritt den heutigen Sport.

Wurzeln1807–1827

um 1807

François Mingaud entwickelt die lederne Queue-Pomeranze weiter. EffetstĂ¶ĂŸe werden dadurch kontrollierbarer – eine technische Voraussetzung fĂŒr den spĂ€teren Kunststoß.

1827

Mingauds Lehrbuch beschreibt außergewöhnliche StĂ¶ĂŸe systematisch und verbreitet das neue Repertoire in Europa.

Vom Concours zur WM1930–1947

1930

Die Disziplin wird international vereinheitlicht. Figuren, Aufstellungen und Bewertungen werden zunehmend verbindlich festgelegt.

1931–1935

Der erste Concours mit zwölf Pflichtfiguren wird 1931 von A. Ferraz gewonnen. 1932 wÀchst das Programm auf 48, 1935 auf 64 Figuren; eine Schablone verbessert nun die genaue Ballaufstellung.

1937

In Paris wird die erste offiziell als Weltmeisterschaft gefĂŒhrte Veranstaltung ausgetragen. August Tiedtke gewinnt fĂŒr Deutschland vor Richard Kron.

1939

René Vingerhoedt gewinnt die zweite Weltmeisterschaft. Danach unterbricht der Zweite Weltkrieg den internationalen Spielbetrieb.

1947

Mit der ersten Europameisterschaft beginnt der organisierte Neubeginn nach dem Krieg.

Programme und Meister1954–1992

1954

Raymond Steylaerts gewinnt in Madrid seinen ersten Europameistertitel und wird spÀter zur prÀgenden Persönlichkeit der Disziplin.

1957–1966

Joaquín Domingo erringt drei Weltmeistertitel und gehört zur spanischen Hochphase des Artistique.

1958

Die Bezeichnung „Billard Artistique“ setzt sich international durch; ein Programm mit 76 Figuren schafft eine gemeinsame sportliche Grundlage.

1974

Nach einer lÀngeren Unterbrechung werden wieder Weltmeisterschaften veranstaltet. Der internationale Kalender gewinnt an KontinuitÀt.

1986

Ein ĂŒberarbeitetes internationales Programm umfasst 68 Figuren und bildet eine wichtige Stufe auf dem Weg zum spĂ€teren 100-Figuren-System.

1992

Jean Reverchon gewinnt die Weltmeisterschaft in Épernay und setzt einen markanten sportlichen Maßstab dieser Epoche.

ABD und modernes System1997–2011

1997

Der Artistique-Billard Deutschland e.V. wird gegrĂŒndet. Der ABD bĂŒndelt Organisation, Turniere und Förderung der Disziplin in Deutschland.

2000

Das internationale Programm wird auf 100 Figuren erweitert. Moderne KunstharzbĂ€lle sorgen fĂŒr gleichmĂ€ĂŸigere Bedingungen.

2002

Roberto Rojas gewinnt die Weltmeisterschaft mit 77,34 Prozent. Thomas Ahrens wird Zweiter und erreicht eines der bedeutendsten deutschen Resultate.

Gegenwart2012–2026

2012–2023

Die Weltmeisterschaft pausiert erneut. EuropÀische Meisterschaften und offene Turniere halten die internationale Szene aktiv.

2023

Nach elf Jahren Pause kehrt die Weltmeisterschaft zurĂŒck. David GonzĂĄlez aus Mexiko gewinnt bei seinem WM-DebĂŒt in Ankara mit einem Gesamtdurchschnitt von 73,35 Prozent.

2024

Hacı Arap Yaman gewinnt in Ankara die Weltmeisterschaft und bestĂ€tigt die StĂ€rke der tĂŒrkischen Artistique-Schule.

2025

RenĂ© Dericks wird Weltmeister. Thomas Ahrens gewinnt im selben Jahr den europĂ€ischen Titel – ein herausragender Erfolg fĂŒr Deutschland.

2026

Benny Smits aus den Niederlanden wird in Ankara Weltmeister; Barıß Çin gewinnt in Antalya den europĂ€ischen Einzeltitel.